Landratte oder Seebär? Tipps gegen Seekrankheit
- ONWATER

- vor 6 Tagen
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Egal ob auf der Yacht im Mittelmeer, beim Wakeboarden auf dem Main oder während der Überfahrt nach Helgoland: Die Seekrankheit (Kinetose) ist der ungebetene Gast, den niemand an Bord haben will. Das flaue Gefühl im Magen kann selbst den erfahrensten Segler mal erwischen. Aber keine Sorge! Du kannst trotz Seekrankheit Boot fahren. Mit der richtigen Vorbereitung und ein paar Tricks aus der Seemannskiste bleibt dein Magen so ruhig wie die See bei Flaute.

Warum werden wir überhaupt seekrank?
Kurz gesagt: Dein Gehirn ist verwirrt. Deine Augen sagen: „Alles klar, der Tisch vor mir steht still.“ Dein Gleichgewichtsorgan im Innenohr schreit jedoch: „Achtung, wir schwanken!“ Diese widersprüchlichen Signale führen dazu, dass dein Körper Stresshormone ausschüttet. Das Ergebnis? Schwindel, Kaltschweiß und – nun ja – das "Fischefüttern".
5 Sofort-Tipps für den Ernstfall
Wenn das Schaukeln anfängt und der Magen rebelliert, helfen diese Kniffe:
Blick auf den Horizont: Such dir einen festen Punkt in der Ferne. Das gibt deinem Gehirn die nötige visuelle Bestätigung der Bewegung.
Ab in die Mitte: Auf einem Boot sind die Bewegungen in der Schiffsmitte (am Drehpunkt) am geringsten. Aber: Bleib an Deck und atme frische Luft, statt dich in die stickige Kabine zu verziehen.
Aktiv bleiben: Wer selbst am Steuer steht oder aktiv bei den Manövern hilft, wird seltener seekrank. Beschäftigung lenkt das Gehirn von den Schwankungen ab.
Ingwer ist dein Freund: Ob als Tee, Kaugummi oder pur – Ingwer gilt als natürliches Wundermittel gegen Übelkeit, ohne müde zu machen.
Die richtige Ernährung: Geh nicht mit völlig leerem Magen an Bord, aber vermeide fettiges Essen, Histamin (alter Käse, Rotwein) und zu viel Kaffee. Ein paar Salzstangen oder ein trockener Apfel wirken oft Wunder.
Hilfsmittel aus der Apotheke
Wenn Hausmittel nicht mehr reichen, gibt es ein paar medizinische Backups:
Kaugummis / Dragees: Helfen schnell, können aber sehr müde machen, wenn sie Dimenhydrinat enthalten (das tun die meisten.)
Pflaster (Scopolamin): Werden hinter das Ohr geklebt. Super für längere Törns, aber verschreibungspflichtig.
Akupressur-Bänder: Drücken auf den Neiguan-Punkt am Handgelenk. Komplett ohne Chemie und Nebenwirkungen.
Zuerst auf ruhigen Gewässern anfangen
Wenn du ein Problem mit Seekrankheit hast oder fürchtest, seekrank zu werden, aber trotzdem Boot fahren willst, dann raten wir dir außerdem: Fang klein ein! Starte nicht direkt auf einem mehrtägigen Segeltörn mit einem Einrumpf-Segelboot, sondern taste dich mit einem kleinen Sportboot auf ruhigen Binnengewässern langsam heran.
Fazit: Lass dir den Spaß nicht verderben!
Seekrankheit ist keine Schande, sondern eine ganz natürliche Reaktion des Körpers. Und die wirklich gute Nachricht: Seetüchtigkeit lässt sich trainieren. Dein Körper kann sich mit der Zeit an die Wellen gewöhnen und die Seekrankheit könnte mit der Zeit nachlassen. Meistens gewöhnt sich das Gehirn nach 1–2 Tagen an Bord an die neuen Umstände („Seebeine bekommen“).
Du hast Lust auf Wasser bekommen? Weitere Infos zum Sportbootführerschein findest du auf unserer Bootsschule-Seite.
Erstmal langsam testen? Bei einer Fahrt mit unseren elektrischen Holzflößen ist noch niemandem schlecht geworden!


