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Rätselhafte GPS-Störungen in der Ostsee – Was tun, wenn das Signal schwächelt?

Seit Anfang Februar kommt es im Ostseeraum vermehrt zu rätselhaften GPS-Störungen, die Schiffs- und Flugverkehr beeinträchtigen. Wir erklären, was dahinter stecken könnte und was zu tun ist, wenn das GPS nicht mehr funktioniert.


Nahaufnahme eines GPS-Navigationssystems eines Boots.
Die Navigation an Bord läuft heutztage automatisiert. Skipper verlassen sich auf ihre Technik.

Wie der NDR kürzlich berichtete, treten die GPS-Störungen großflächig vom Baltikum bis ins östliche Mecklenburg-Vorpommern auf. Und auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)  bestätigte starke Störungen. Die Folge: Flüge fallen aus und die Schifffahrt wird behindert. Verursacht werden die Störungen durch GPS-Spoofing und GPS-Jamming.


Was bedeutet GPS-Spoofing?


Bei GPS-Spoofing handelt es sich um eine Methode, bei der gefälschte Positionsdaten erzeugt werden, um die Navigation eines Schiffes oder Flugzeugs zu manipulieren. Das System erhält falsche Informationen über die eigene Position, was je nach Kurs fatal sein kann. Die Crew kann sich dann nicht mehr sein, wo sie sich befinden, geschweige denn ob sie noch auf Kurs sind.


Was ist GPS-Jamming?


Bei GPS-Jamming wird das GPS-Signal durch Störsender beeinträchtigt oder komplett blockiert. Dies kann absichtlich geschehen, etwa in Krisenzeiten, um den normalen Betrieb von Navigationssystemen zu behindern. Das System erhält dann also keine Positionsdaten mehr und eine klare Position ist nicht mehr abzulesen.


Die Ursachen für die GPS-Störungen in der Ostsee


Die genauen Gründe für diese Störungen in der Ostsee sind nicht abschließend geklärt. Das DLR geht nahezu sicher davon aus: Sie sind nicht auf Sonnenstürme oder das „Weltraumwetter“ zurückzuführen. Ermittler vermuten vielmehr, dass die Störungen in einigen Fällen von Ländern oder Staaten absichtlich verursacht werden könnten, möglicherweise aus sicherheitspolitischen Gründen oder als unerlaubte Aktivität.


Ohne politische Brisanz scheint das Thema nicht zu sein, denn genaue Antworten erhielt der NDR nicht. Aber immerhin: DLR-Forscher beruhigen, dass keine akute Sicherheitsgefahr besteht und eine konkrete Ortung möglich ist.


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Was tun, wenn das GPS versagt?


Doch: Die Störungen sind für Skipper eine Herausforderung. Wie kannst du dich darauf vorbereiten bzw. was tun, wenn dein GPS versagt?

 

  • Alternative Navigationsmittel: Wenn GPS ausfällt, greife auf traditionelle Navigationsmittel zurück. (See-)Karten, Sextanten und Landmarken können in solchen Situationen Gold wert sein. Nicht umsonst lernst du Navigation auf hoher See anhand von Seekarten und Berechnungen bei uns, wenn du den Sportbootführerschein See (SBF) absolvierst. Denn auch unabhängig von GPS-Spoofing oder -Jamming kann Technik mal versagen. So bist du dann nicht komplett ahnungslos.

  • Erfahrung sammeln: Vor dem Auslaufen auf See solltest du grundlegende Navigationstechniken beherrschen. Die Fähigkeit, die Sterne zu lesen und Seekarten zu interpretieren, kann den Unterschied ausmachen.

 

  • Notfallausrüstung überprüfen: Sei stets darauf vorbereitet, dass Technik versagen kann. Überprüfe regelmäßig deine Notfallausrüstung, einschließlich Radarreflektoren, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, ihr etwa auf einen Sturm hinzutreiben droht, müssen sogar Seenotsignale eingesetzt werden.

  • Kommunikation stärken: Halte regelmäßige Besprechungen ab, um sicherzustellen, dass die gesamte Crew über die aktuelle Situation informiert ist. Eine klare Kommunikation ist entscheidend.

  • Technische Probleme melden: Wenn du auf unerklärliche GPS-Störungen stößt, melde sie den Behörden. Dies trägt dazu bei, solche Vorfälle besser zu verstehen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen.



Mit diesen Tipps fühlst du dich im Notfall etwas sicherer. Beherzigst du diese Punkte, bist du auf jedes Abenteuer vorbereitet und in der Lage, souverän durch die Wellen zu navigieren.


Interessierst du dich für Sicherheit an Bord? Dann könnte unser Funkschein etwas für dich sein. Oder falls du Praxiserfahrungen sammeln möchtest, buche dir ein individuelles Skippertraining. Wir erklären wir gerne alles noch mal direkt an Bord.

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